Skulptur Münster Monastir

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Die Idee:
Das westfälische Münster und die tunesische Küstenstadt Monastir verbindet seit 1969 eine
Städtepartnerschaft. In Zeiten des Auseinanderdriftens von westlicher und arabischer Welt ist
es die gemeinsame Idee, ein öffentliches wegweisendes Zeichen der Freundschaft zu setzen.
Die Skulptur der Verbindung beider Städte wurde hier in Münster von den Bildhauern Sascha
Unger und Sabine Klupsch geschaffen und in Monastir, mit viel Unterstützung zwischen
Rathaus und Altstadt errichtet.

Die Realisierung:

Bei einemder letzten Aufenthalte in Monastir enstand gemeinsam mit tunesischen Kunstschaffenden und Politikern die Idee einer in
Münster gefertigten Freundschafts-Skulptur für den Rathausvorplatz in Monastir.
Auf einem vier Meter hohen Eichenstamm mit Wurzel, sollen drei Tafeln aufgefächert wie
Spielkarten, die Piktogrammen des aufeinander Zubewegens beider Kulturen zeigen.
Symbolisch hierfür stehen landestypische Mittel der Mobilität.
Für Münster das traditionsreiche Pferd und die von Münsteranern heißgeliebte
Leeze. Das tunesische Pendant zeigt, das Kamel als Reittier und Lastenträger an Land, sowie
das Schiff als Verbindung über das Meer. Die dritte Fläche ist dem Menschen gewidmet: Der
Kiepenkerl aus Münster und ein Araber in traditionellem Gewand, der an den beliebten ersten
Staatspräsident Habib Bourgiba erinnert, stehen Rücken an Rücken.
Als Sandsteinapplikationen werden die Figuren in schwarze Platten eingelassen und auf dem
Stamm einer westfälischen Eiche montiert. Der Schriftzug „Münster-Monastir Freunde seit
1969“ wird von uns in deutscher Sprache
auf der einen Seite des Stammes und in arabischen Lettern auf der anderen Seite
eingeschnitzt. In unseren Ateliers in Münster und Ondrup entstand die
Arbeit.

Politische und gesellschaftliche Veränderungen schaffen aktuell ein
Klima, in welchem das Verständnis für den jeweils anderen Kulturkreis
immer weniger zu werden droht. Persönliche Freundschaften und gemeinsame
Projekte haben wir weit darüber hinaus als Brücke zur anderen Kultur erlebt.
Wir sehen unsere persönliche Beziehung zu Tunesien wie eine Türe, die jedem offen steht,
wenn er Sie denn nur sieht.

Monastirs Bürgermeister Ali Mzali hatte im Namen seiner Stadt zugesagt, Transport, Montage und Festlichkeit vor Ort zu organisieren. Den Transport ab den Niederlanden übernimmt der tunesische Kunstverein ABAM.
Die Stadt Münster und der Verein Kultur in Fahrt unterstützt das Projekt mit einem Zuschuss für das Material. Alle Kosten
darüber hinaus werden durch Sabine Klupsch und Sascha Unger finanziert.

Die Skulptur traf Montag Abend, den 31.08.2015 um 22.00 Uhr in einer Gärtnerei am Rande
von Monastir ein, wurde umgeladen und per LKW ins Zentrum von Monastir transportiert.
Die Montage verlief unkompliziert. Der Verein ABAM hatte alles wunderbar organisiert.
Kranwagen, Transporter und Hubsteiger waren pünktlich vor Ort und mit Hilfe von über 50
schaulustigen hilfsbereiten Passanten war die Skulptur gegen 2.00 Uhr nachts fertig montiert.
Die Eröffnung am nächsten Morgen, den 1. 09. 2015 gegen 10.00 Uhr im Rathaus verlief sehr
freundlich. Es gab eine kurze Ansprache des Bürgermeisters mit Dankesworten, anschließend
ein kleines Buffet. Vor Ort wurde dann zusammen mit Vize Bürgermeister Hahdri und Ratsherr
Sven Gotthal aus Münster eine Pressekonferenz abgehalten und mit internationaler Beteiligung
die Skulptur eingeweiht.

Wir freuen uns sehr die Ehre gehabt zu haben ein Stück Münster in Form von westfälischer
Eiche und Baumberger Sandstein den Bürgern der Stadt Monastir zu überbringen.Tatsächlich
bleiben viele Tunesier stehen, entziffern unsere arabischen Worte und gehen um die Skulptur.
Eine Eiche zwischen so vielen Palmen fällt halt auf!

Die Realisierung dieser Skulptur ist Ausdruck einer von Bürgern gelebten Freundschaft und in
diesem Sinne hoffen wir, das sich noch viele weitere ergeben werden.
Die ganz aktuelle politische Situation im Land demoralisiert und desillusioniert die Bürger. In
dieser geradezu hilflosen Lage verdienen es die Tunesier um so mehr einer ermutigenden
Wertschätzung sich ihres Potenzials bewusst zu werden.

Münster im Oktober 2015,
Sabine Klupsch und Sascha Unger